AMD vs. Nvidia: Welcher Hersteller produziert die besseren Grafikkarten?

Im Internet finden des öfteren kleine, textbasierte Kriege statt, welche vornehmlich in den Kommentarsektionen einschlägiger Seiten zu finden sind und sich in der Regel mit der Frage beschäftigen, welches Produkt das bessere ist beziehungsweise welcher Hersteller die besseren Produkte herstellt. Ein perfektes Beispiel für eine solche Auseinandersetzung sind die die ständigen Streits zwischen Android- und iOS-Nutzern, aber auch im Bereich der Gaming-Hardware wird sich regelmäßig darüber gestritten, ob AMD oder Nvidia die besseren Grafikkarten herstellt. Wenn du dir einen PC über einen PC Konfigurator zusammenstellst, wirst auch du mit der nachfolgenden Frage konfrontiert werden:

Welche Grafikkarte? AMD oder NVIDIA?

Doch was ist dran an den beliebten Argumenten und welcher Hersteller stellt die besseren Grafikkarten her?

Eine pauschale Aussage über diese Frage lässt sich, wie so oft, nicht treffen. Zum jetzigen Zeitpunkt jedoch tendiert der Stand der Dinge eher zu Nvidia, da AMD sein Grafikkarten-Lineup seit einiger Zeit nicht mehr aktualisiert hat und die zu findende Technik entsprechend alt ist. Trotzdem empfehlen sich AMD-Karten zum jetzigen Zeitpunkt in erster Linie für kostengünstige Computer, da die High-End-Modelle AMDs aufgrund ihres Alters von circa 1,5 Jahren bereits für Preise im unteren mittleren Preissegment zu haben sind. Generell lässt sich aber keine allgemeingültige Aussage über die Leistung der Hersteller treffen, wobei AMD zu günstigeren Preisen bei gleicher Leistung tendiert.

Aber welche Unterschiede existieren?

Obwohl Verallgemeinerungen bezüglich AMD und Nvidia keinerlei Wert aufweisen unterscheiden sich die Karten der GPU-Riesen in einigen wichtigen Dingen, vor allem in Treiberbasierten Angelegenheiten.

FreeSync/G-Sync

Die beiden Techniken, welche unter den Oberbegriff „Adaptive Sync“ fallen, sollen flüssigere Bilder in einer an den Monitor angepassten Frequenz liefern. Dabei werden von G-Sync ausschließlich Nvidia Grafikkarten der allerneusten Generation unterstützt und schließt aufgrund seiner proprietären Natur AMD-Nutzer systembedingt aus.

Im Gegensatz dazu ist bei FreeSync der Name Programm, der Standard ist nämlich komplett offen und wäre zumindest in der Theorie auch für Kunden von Nvidia benutzbar, vorausgesetzt Nvidia würde die Unterstützung dafür in seine Treiber implementieren.

Zudem ist zu beachten, dass G-Sync-Monitore Mehrkosten von bis zu 200€ gegenüber funktions- und qualitätstechnisch gleichen Monitoren verbunden ist, da G-Sync ein eigenes Nvidia-Modul im Monitor voraussetzt, wohingegen FreeSync nur einen Monitor mit DisplayPort 1.3 benötigt.

Treiber

Heutzutage liefern beide Grafikkartenhersteller ihre GPUs mit umfangreichen Treiberpaketen aus, die weit mehr leisten können und müssen als bloß die Grafikkarte zum Laufen zu bringen.

Zu diesen Aufgaben gehören zum Beispiel spielspezifische Optimierungen, die besonders kurz nach dem Erscheinen eines Spiels in hoher Frequenz ausgerollt werden und ohne die viele aktuelle Spiele nicht ohne weiteres spielbar wären.

Außerdem bieten beide Treiber die Möglichkeit bildverbessernde Einstellungen wie Supersampling oder forciertes Anti-Aliasing einzustellen.
Nvidias Alleinstellungsmerkmal in dieser Hinsicht ist das Tool „GeForce Experience“, das als eine Art Kontrollzentrum für alle administrativen Aufgaben die Spiele betreffen dient. Die „GeForce Experience“ hilft dem Nutzer unter Anderem dabei automatisiert und auf der verbauten Hardware basierend die richtigen Grafikeinstellungen auszuwählen, um ein flüssiges Spielerlebnis zu garantieren.

Des Weiteren lassen sich damit Gameplayaufnahmen anfertigen, die von der Grafikkarte beschleunigt in Echtzeit gerendert werden und das Spielgeschehen auf das Nvidia-eigene Handheld „Nvidia Shield“ streamen lassen.

AMD hat seiner Konkurrenz bezüglich der Treiber nicht viel entgegenzubieten, bietet aber mit „Overdrive“ eine hauseigene Übertaktungsfunktion direkt in der Software, mit der sich Werte wie die Drehzahl des Lüfters oder die Taktfrequenzen der GPU einstellen lassen, um die Leistung des Chips zu steigern – Nvidia-Nutzer müssen da auf externe Lösungen zurückgreifen.

Eigene Softwareansätze

Mit Mantle hat AMD eine für eigene Karten exklusive Low-Level-API im Stile von DirectX geschaffen, die in diversen Spielen, darunter Battlefield 4 und Thief, die Leistung im Vergleich zu der herkömmlichen DirectX-Version zwischen 10 und 20 Prozent steigert.

Nvidia bietet hier einen Softwareansatz der sich weniger an Gamer als an professionelle Nutzer richtet: mit CUDA lassen sich Aufgaben, die nicht der Videoberechnung dienen, immens beschleunigen, indem die CPU mithilfe der für parallelisierbare Aufgaben hervorragend geeignete GPU entlastet werden kann, was in einer enormen Mehrleistung resultiert.

Zu welchem Hersteller sollte man als Kunde greifen?

Zusammenfassend muss jeder Kunde die die Hersteller betreffenden Argumente für sich selbst abwägen und basierend darauf eine subjektive Entscheidung treffen. Abgesehen davon sollte man sich als Kunde aber auch nicht per se auf einen Hersteller festlegen, sondern je nach Anwendungsgebiet für die Nvidia- oder AMD-Variante der Grafikkarten in einem bestimmten Preissegment entscheiden. In den PC Konfiguratoren werden dazu ausreichende Möglichkeiten geboten.

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