Mainboard

Das Mainboard ist in einem Computersystem das wichtigste Bauteil, denn es verbindet sämtliche Komponenten miteinander. Das Mainboard sorgt dafür, dass alle PC Komponenten Daten miteinander austauschen können und sozusagen „miteinander reden können“. Wenn man Beispielsweise von der Festplatte einen Film auf seinen USB Stick kopieren möchte, sorgt das Mainboard dafür, dass die Daten von der Festplatte zum richtigen USB Port und somit auf den Stick kommen. Auf Hauptplatinen bzw. Motherboards, wie Mainboards noch genannt werden, befinden sich außerdem Schnittstellen für weitere Hardware wie CPU, Grafikkarte, Erweiterungskarten, wie zum Beispiel Soundkarten oder W-Lan Karten, sowie für Peripheriegeräte wie Drucker oder Maus und Tastatur.

Auf was muss man bei Mainboards achten?

Je nach Benutzerprofil produzieren Mainboardhersteller unterschiedliche Fabrikate mit verschiedenen Chipsätzen und Ausstattungen. Es gibt kleine Boards für Mini PCs, Einsteiger Boards für Office PCs, aber auch High End Boards mit viele Übertaktungsfunktionen und Anschlüssen.

 

    • Heutzutage stellen Hauptplatinen standardmäßig Anschlüsse für USB-Eingabegeräte bereit. Auch ist meist noch ein PS/2 Port für ältere Tasturen und Mäuse vorhanden. Wenn das Mainboard Prozessoren mit integrierten Grafikeinheiten unterstützt, sind auch Anschlüsse wie DVI, HDMI oder Display Port zum Anschließen eines Monitors ,bei Nutzung der integrierten Grafikeinheit, vorhanden. Außerdem sind Netzwerk- und Soundkarten fest auf dem Mainboard verbaut und müssen nicht über Erweiterungskarten nachgerüstet werden. Je nach Produkt können sich auch noch Schnittstellen für W-Lan, eSATA, Thunderbolt oder Bluetooth integriert auf einem Motherboard befinden.
  • Auch wenn aktuelle Prozessoren eine Grafikeinheit beinhalten bzw. manche Hauptplatinen einen Grafikchip verbaut haben, bieten alle Mainboards im Desktopbereich, immer Erweiterungsslots für eine oder mehrere Grafikkarten an. Über die Ausgänge der Grafikkarte (DVI/HDMI/Display Port), kann einer oder mehrere Bildschirme angeschlossen werden und die Ausgabe des Computers, wird über diese Hardware visualisiert. Moderne Grafikkarten benutzten einen PCI-Express 3.0 Anschluss mit 16 Lanes (Auch PCIe x16 genannt). Mindestens Einer dieser Anschlüsse ist auf jedem Mainboard vorhanden. Ältere Mainboard oder Grafikkarten nutzen noch PCI-Express 2.0. Dies ist aber voll kompatibel zu PCI-Express 3.0 und der Leistungsunterschied beträgt in der Praxis 1-2%. Intern bieten die Meisten Mainboards noch PCIe x1 Anschlüsse für Erweiterungskarten (W-Lan, Sound etc.). Auch PCI Slots für ältere Erweiterungskarten sind oft noch vorhanden.

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  • Seitdem 64-Bit-Betriebssysteme Standard sind, spielt der Arbeitsspeicher eine äußerst wichtige Rolle, wenn es darum geht, Daten schnell verarbeiten zu können, ohne diese erst auf einen physikalischen Festplattenspeicher schreiben zu müssen. Mainboards können unterschiedlich viel Arbeitsspeicher verwalten und bieten unterschiedlich viele Steckplätze, meistens jedoch mindestens zwei, für die Installation an. Die Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers wird in Megahertz angegeben, diese muss zum Mainboard passen. In der Regel werden Taktfrequenzräume festgelegt, welche eine Hauptplatine verarbeiten kann, allerdings läuft meist auch schnellerer Arbeitsspeicher problemlos. Wichtiger als die Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers, ist die Größe, je mehr Speicher ein Mainboard maximal verwalten kann, umso besser.
  • Geht es um Zukunftsorientierung, spielen bei einem Mainboard auch die Möglichkeiten zum Anschluss für interne Datenträger eine große Rolle. Computersysteme mit vielen Festplatten, SSDs, sowie DVD-Brennern oder Blue-ray-Laufwerken benötigen dementsprechende Anschlussmöglichkeiten. Standardanschluss für diese Hardware ist S-ATA 6GB/s. Der ältere Standard SATA 3GB/s ist aber auch noch verbreitet. Manche aktuelle Motherboards verfügen sogar noch über IDE-Anschlüsse, sodass beispielsweise noch alte CD-Rom-Laufwerke oder Festplatten weiter genutzt werden können. Viele Anschlussmöglichkeiten sparen langfristig Geld und Aufwand, denn es müssen beim Erweitern des Systems keine HUBs oder Controller nachgerüstet werden. Eine SSD sollte immer an einem neuen SATA 6GB/s Anschluss angeschlossen werden, um die Leistung nutzen zu können. Normale Festplatten und Laufwerke können ohne Probleme an einem SATA 3GB/s Port betrieben werden, da diese sowieso nicht durch die Geschwindigkeit des Anschlusses limitiert werden.

Erste Auswahlkriterien von Mainboards

  • Die Wahl des Mainboards richtet sich zunächst nach dem Hersteller des Prozessors. Jede CPU hat einen bestimmten Sockel, welcher nur auf den entsprechenden Sockel auf der Hauptplatine passt. Demnach sind Prozessoren unterschiedlicher Hersteller auf einem Mainboard nicht kompatibel. Bei AMDs aktuellem Sockel AM3+ ist es wichtig vorher zu prüfen, ob seine gewünschte CPU auch mit diesem Board betrieben werden kann. Denn auch wenn die CPU ebenfalls den Sockel AM3+ besitzt, ist dies noch kein Garant, für ein problemloses Funktionieren des Systems. Viele Prozessoren von AMD verbrauchen sehr viel Strom und geben sehr viel Wärme ab. Dies können viele AMD-Mainboards nicht handeln. Somit empfiehlt sich vorher ein Blick in die CPU-Kompatiblitätsliste des Prozessors, um zu überprüfen, ob Mainboard und Prozessor auch kompatibel sind. Oft wird auch die zusätzliche Belüftung des Mainbords empfohlen, um die Spannungswandler nicht überhitzen zu lassen. Dies kann entweder durch einen Top Blow CPU-Kühler oder durch eine zusätzliche Belüftung durch das Gehäuse realisiert werden. Auch ältere Prozessoren laufen meist nicht mehr, da die Prozessorhersteller mit jeder neue CPU-Generationen auch meist mit einem neuen Sockel herausbringen. Sollte dies nicht der Fall sein, sind meist BIOS Updates nötig, um einen neuen Prozessor zum Laufen zu bekommen. Diese werden aber von der Herstellern der Mainboards kostenfrei und zeitnah nach Release der neuen Prozessoren zur Verfügung gestellt. Einige Mainboardhersteller bietet auch Tools zum Automatischen Updaten des BIOS an. Man Manuellen Updaten sollten Laien eher die Finger lassen, da sie das BIOS des Mainbords dadurch auch verstören können.
  • Je mehr Ausstattungsmerkmale ein Mainboard aufweist, umso größer ist der Formfaktor. Währenddessen der Standardformfaktor ATX ist, gibt es Gehäuse, welche nur kleinere Hauptplatinen (zum Beispiel µATX oder ITX) beheimaten können. Die Hardware muss also einem eventuell bereits bestehendem Computergehäuse angepasst werden. Besonders kleine Mainboards machen in großen Gehäusen aber wenig Sinn, da sie nicht viel günstiger, als normalgroße Mainboards sind, aber viel weniger Anschlüsse besitzen und somit auch weniger Funktionalitäten. Auch sind sie mit z.B. Onboard W-Lan und Bluetooth für den Einsatz in einem HTPC fürs Wohnzimmer ausgelegt.

Mainboard für Gaming-PCs

Für Gaming PCs empfiehlt sich ein aktuelles Mainboard mit guter Ausstattung. Da die Intel CPUs in Spielen einen großen Vorsprung gegenüber Prozessoren von AMD haben empfiehlt sich ein ein Mainboard mit Intels aktuellem Sockel 1150. Hier sollte es ein ATX Mainboard mit H87 oder H97 Chipsatz sein, wenn man eine nicht Übertaktbare CPU hat. Ein Z87 oder Z97 ist nötig, um eine Intel CPU mit K-Suffix zu Übertakten (zum Beispiel einen 4790K oder 4690K).
Außerdem sollte das Mainboard über 4 RAM Slots verfügen um genug Arbeitsspeicher aufnehmen zu können. Der Chipsatz bringt von Haus aus schon 6 SATA 6GB/s Anschlüsse und 4 USB 3.0 Anschlüsse mit. Die sind bei fast allen Mainboards auch vorhanden. Somit muss man sich keine Sorgen, um die Anschlüsse machen.

Wer seinen Prozessor Übertakten möchste sollte außerdem auf wichtige OC Features, wie einen Debug-LCD, Spannungsmesspunkte, einen BIOS Reset Taster, eine stabile Stromversorgung und ein umfangreiches BIOS bzw. UEFI achten.

Mainboard für Office-PCs

Office-PCs, welche hauptsächlich zur Textverarbeitung und Internetanwendungen benutzt werden, müssen vor allem sparsam, klein aber auch leise sein.
Hier empfiehlt sich ein günstiger H81 oder B85 Chipsatz von Intel für den Sockel 1150.

Die Sparsamkeit wird durch wenige Erweiterungskarten erreicht. Stellt eine Hauptplatine wenig Schnittstellen für Erweiterungskarten bereit, hat es einen kleineren Formfaktor, kann in kleinere Gehäuse verbaut werden und spart Platz.

Ein Office-PC muss des Weiteren an viele Peripheriegeräte wie Drucker, Scanner und mobile Wechseldatenträger angeschlossen werden. Ein Mainboard für diesen Arbeitsbereich sollte deshalb über ausreichend USB-Anschlüsse verfügen.
Zwei SATA 6GB/s und USB 3.0 Anschlüsse sind meist trotzdem onboard, um schnelle SSDs oder Externe Festplatten anschließen zu können. Dazu kommen aber auch noch USB 2.0 Anschlüsse, welche für Peripheriegeräte vollkommen ausreichend sind.

Fazit

Bei der Konfiguration eines Computersystems gibt das Mainboard also die Richtung vor, welche Aufgabengebiete ein PC bewältigen kann. Eine teure Hauptplatine ist aber meist nur für Übertakter sinnvoll, da normale Anwender diese Features überhaupt nicht brauchen und nutzen können

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