Wissenswertes rund um die Soundkarte

soundblaster_audigy2_zsDie Soundkarte ist innerhalb des Computersystems für die Verarbeitung analoger und digitaler Audiosignale verantwortlich. Von ihr hängt also jeder einzelne Ton Musik und jedes noch so kleine Spielgeräusch ab. Neben der Wiedergabe gehören die Aufzeichnung, Synthese, Mischung und Bearbeitung von Tonsignalen zu ihren Aufgaben. Dabei sorgt der A/D-Wandler für die Digitalisierung analoger Audiosignale am Eingang, während der D/A-Wandler digitale Audiosignale am Ausgang in analoge Signale umwandelt.

Seit einigen Jahren besteht die Soundkarte in Consumer-PCs nur noch aus einem festverlötetem Mikrochip. Nutzer mit hohen Klangansprüchen ersetzen den meist billigen Onboard-Sound aber durch dezidierte Soundkarten, die diesen qualitativ weit übertreffen und bei Bedarf ausgetauscht werden können. Intern sind sie über den PCI- beziehungsweise PCI-Express-Bus angeschlossen. Im Profibereich kommen sogenannte Sound-Interfaces zum Einsatz, die nicht fest verbaut, sondern per USB-Schnittstelle, FireWire, PCMCIA- oder ExpressCard-Steckplatz mit dem Rechner verbunden werden. Echte Performance-Vorteile bieten solche Karten, die über einen eigenen Prozessor verfügen und so die CPU deutlich entlasten.

Auf was muss man bei Soundkarten achten

Prinzipiell hält der Markt für Soundkarten und Audio Interfaces für jeden Anspruch und jedes Budget das richtige Modell bereit. Die Kunst besteht darin, die für den jeweiligen Fall richtige Soundkarte zu wählen. Das Wissen um einige Grundeigenschaften erleichtert es, die Auswahl zu treffen. Ob die Karte an einen Mac oder PC angeschlossen werden soll, spielt bei der Wahl übrigens kaum mehr eine Rolle. Die meisten Hersteller bieten ihre Treiber für beide Betriebssysteme an und dank einiger freier Projekte lassen sich viele Modelle sogar mit linuxbasierten Betriebssystemen betreiben.

  • Samplingrate: Die maximale Samplingrate, auch Abtastrate genannt, gibt das Intervall an, mit dem das Audiosignal während der Umwandlung von Analog zu Digital abgetastet wird. Für einen Normalnutzer sollte eine Rate von 44,1 kHZ das absolute Minimum sein, diese entspricht der CD-Qualität. Gehobeneren und professionellen Ansprüchen werden Samplingraten von 96 kHZ und mehr gerecht.
  • Auflösung: Die Auflösung wird häufig auch als Samplingtiefe bezeichnet und in Bit gemessen. Umso höher diese ausfällt, desto deutlicher werden auch geringe Lautstärke-Unterschiede ausgegeben. 16 Bit beschreibt dabei CD-Qualität, über dieser Auflösung können die meisten Menschen keine Verbesserung der Tonqualität mehr ausmachen. Professionelle Tonstudios, die für spätere Bearbeitungen Qualität erhalten wollen, arbeiten mit 24 Bit-Auflösungen.
  • Kanalzahl: Wie viele verschiedene Audiokanäle eine Soundkarte ausgeben kann, gibt die Kanalzahl an. Für Stereoton beispielsweise werden zwei Kanäle benötigt, 5.1 Surround Sound dagegen beansprucht sechs Kanäle für sich. Je realistischer der Raumklang abgebildet werden soll, desto höher muss also die Kanalzahl ausfallen.
  • Anschlüsse: Über die Art und Anzahl der benötigten Anschlüsse entscheidet der jeweilige Einsatzzweck. Die meisten Karten sind heute mit einem analogen Line-Out-Ausgang ausgestattet, der den Anschluss beispielsweise einer Stereo-Anlage oder Kopfhörern über einen Klinkenstecker ermöglicht. Dabei gilt: Jede Box benötigt einen eigenen Ausgang. Auch der Mikrofon-Eingang, der für Aufnahmen benötigt wird, ist an den meisten Modellen zu finden. Über den analogen Line-In-Eingang lassen sich analoge Audiosignale einspeisen, für die Übertragung eines Raumklang-Signals in der bestmöglichen Qualität sorgt der digitale S/PDIF-Ausgang.

Soundkarte für Gaming PCs

Leidenschaftliche Spieler haben an schlichten Onboard-Soundchips keine Freude, denn sie wirken sich mitunter katastrophal auf das Spielerlebnis aus: Abgesehen von der Stimmung, die nur mit einem guten Ton aufkommt, erschweren die billigen Chips auch die Ortung des Gegners in Actiongames. Mit feinem Raumklang ausgestattet ist man dagegen mitten im Geschehen und hört die Gefahr schon Sekunden vorher nahen. Die Spieleindustrie verwendet nicht die bekannten Techniken Dolby Surround oder Dolby Digital, deshalb kommen einfache Spielkarten mit vier Kanälen aus. Diese steuern jeweils zwei Lautsprecher vor und hinter dem Spieler an. Modernere Karten bieten sogar echten 5.1 und 7.1-Sound.

Um das Game-Erlebnis noch realistischer zu gestalten, ist auf die Softwareschnittstelle EAX zu achten. Diese sorgt dafür, dass die Spielumgebung realistischer klingt. Da die Spiele große Teile ihres Sounds nicht einfach abspielen, sondern in Echtzeit berechnen, ist die Performance der Soundkarte ein wichtiges Kriterium. Sie sollte mehrere digitale Datenströme gleichzeitig verarbeiten können.

Soundkarte für Office PCs

Der klassische Office PC stellt die geringsten Anforderungen, was den Sound betrifft. Möchte man nur ab und an eine CD abspielen oder ein Video aus dem Internet betrachten reicht der integrierte Onboard-Soundchip vollkommen aus.

Anders verhält es sich natürlich, wenn dieser Rechner in einem Film- oder Tonstudio steht. Um der Tonqualität professioneller Ansprüche gerecht zu werden, entkoppeln externe Sound-Interfaces die Audiosignale vom restlichen PC. Auf diese Weise nehmen dessen Störsignale keinen negativen Einfluss auf die Aufnahme. Diese Karten werden auch als Recordingkarten bezeichnet und können in der Regel mehrere Kanäle getrennt aufnehmen. Dank ihrer full-duplex Arbeitsweise ist es ihnen möglich, neben der Aufnahme Ton wiederzugeben. Höherwertige A/D- und D/A-Wandler unterscheiden sie von Consumer-Produkten, hinzu kommen Schnittstellen im ADAT oder TDIF-Format, um externe Wandler und digitale Mischpulte anzuschließen. DSP-Chips gestatten außerdem die komplette Bearbeitung und Mischung der Datenströme auf der Karte. Sie wird dadurch völlig autark und entlastet den Hauptprozessor des Computers.

Soundkarte für Heimkino/Multimedia PCs

Ein Heimkino ohne Surround Sound ist völlig undenkbar. Schließlich will sich der Nutzer in fantasievolle Filmwelten oder in einen Konzertsaal versetzen – es sind also Profis gefragt. Die standardisierte Schnittstelle S/PDIF ist für die digitale Übertragung von Audiodaten zuständig. Mit ihrer Hilfe wird ein Raumklang-Signal der bestmöglichen Qualität an einen Surround-Receiver übertragen. Dabei kommt es auf die restliche Hardware an, ob zu einer Soundkarte mit optischem Ausgang, bei dem die Daten via Lichtwelle übertragen werden, oder Cinch-Ausgang, bei dem Koaxialkabel verwendet werden, gegriffen wird. Aufgrund der digitalen Übertragungsart unterscheiden sich die Signale qualitativ nicht. Entscheidend sind also nur die Eingänge der bereits vorhandenen Geräte.

Fazit

Für Spiel- und Multimediagenuss ist eine ordentliche Soundkarte unerlässlich, denn sie bestimmt maßgeblich über die Klangdetails, die das Ohr erreichen. Um die richtige Soundkarte zu wählen, ist es wichtig, den jeweiligen Einsatzzweck und die bereits vorhandenen Komponenten realistisch einzuschätzen. Für gesteigerte Anforderungen im Privatbereich, wie ein Heimkino- oder Spiele-PC, sind leistungsstarke Soundkarten mit Surround Sound empfehlenswert. Anspruchsvolle Tonaufnahmen verlangen bereits nach Top-Modellen mit geringen Latenz-Zeiten und einem eigenen Prozessor, der die Rechenleistung des Computers ergänzt. 

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